Öl für Indian 402

Wenn der Motor klappert, die Ölpumpe nicht pumpt und das Getriebe nicht schaltet.
Domasl
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Öl für Indian 402

Beitrag von Domasl » Mi 20. Feb 2019, 08:18

Moin an alle...

Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen? Welches Öl würdet ihr für eine 402 empfehlen bei der der Motor gerade komplett überholt wurden ist? Mir wurde "modernes Mehrbereichsöl" 15W40 ampfohlen, ist das korrekt? Oder habt ihr da andere Vorschläge?

Danke & Grüße

Old Chief
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von Old Chief » Mi 20. Feb 2019, 12:20

15-40 für ich auf keinen Fall nehmen. Ich nehme z.B. für meine 4-Zylinder das 50 Classic von Liqui-Moly und ich bin sehr zufrieden. In meine Scouts und der Chief (alle 40er Jahre) fahre ich ebenfalls von Liqui-Moly das 20/50 Classic und bin auch damit sehr zufrieden.

Rafy
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von Rafy » Mi 20. Feb 2019, 19:50

Hallo Domasl,

auf die Ölfrage bekommst Du in der Regel mindestens so viele Meinungen, wie Antworten.

Ich habe vor einiger Zeit einem Vortrag des Shell Motoröl Entwicklungsleiter gelauscht. Darin sagte er, dass früher die Kolben und Zylinder nicht so lange hielten, weil den damaligen unlegierten Ölen die Additive zum Schutz der Zylinderwände fehlten. Ich hatte später Gelegenheit, ihn persönlich zu sprechen und habe nach seiner Empfehlung für meine Scout gefragt.

1. Tip: normales 30W50. Meinen Einwand, ich hätte gehört, dass die Molekühlketten des Öls durch die Rollenlagerung zerstört würden, ließ er nicht gelten. Ein Turbolader wäre eine deutlich höhere Last. Wenn ich keinen Ölfilter hätte, sollte ich häufig das Öl wechseln, besser wäre es aber einen Filter nachzurüsten.

Ich habe dann noch erzählt, dass die Ölpumpe bei längerer Standzeit Öl ins Kurbelgehäuse sickern läßt, dass dann vor dem Antreten abgelassen werden müsste (Gilt natürlich nur bei obenliegendem Öltank). Seine Empfehlung war, dann auf HD50 zu gehen, da dieses im kalten Zustand dickflüssiger ist. Dann sollte ich aber sorgsam warmfahren. Auf jeden Fall müsse es aber ein HD-Öl sein.

Ich kenne aber auch einen Norweger, der in seiner stark getunten Chief ganzjährig (der Kerl fährt auch im Schnee) mit 10W60 Synthetiköl unterwegs ist.

Ehrlich gesagt, ich glaube, keiner weiß wirklich, was richtig ist. Ich habe meiner Chief zum Einfahren ein 10W60 gegönnt und werde in dieser Saison auf HD50 umsteigen. Damit hat der Motor bis zur letzten Überholung rund 90.000 km gehalten.

Gruß
Rafy

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FLH75
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von FLH75 » Do 21. Feb 2019, 12:01

Ohne Filter - W50 mineralisch unlegiert
Mit Filter - W50 mineralisch legiert

Wobei sicherlich 90% der 4er ohne Filter fahren.

Thomas

bobberfred
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von bobberfred » Fr 22. Feb 2019, 20:34

Hallo Forum Indianikum,
Mehrbereichsöle werden unter Hitze künstlich dicker, das Grundöl ist bei 15W40 ein 15er Öl( im kalten Zustand) .
Bei sehr langem Gebrauch wird ein Mehrbereichsöl immer dünner , also 15W30 und so weiter .

Bei einem Wechselintervall von 3000 km mit Filter dürfte es keine Probleme geben .
Der Vorteil von MB-ölen ist die schnellere Durchölung bei kalten Temperaturen , da kann man bei EB- ölen schon mal zu dickes ÖL haben.Der gleitgelagerte Kurbeltrieb lebt vom Öldruck und sauberen ÖL .
Zur Zeit ist 50er absolut verkehrt .
Ich würde einer/meiner Four einen Ölfilter spendieren, wie es jedem gleitgelagerten Motor hilft !
Max Bubeck hatte in seiner Four einen kombinierten Filter mit Kühler(Kalifornien) und der ist richtig viel gefahren .
Unlegiertes ÖL geht garnicht, HD öl sollte es schon sein(auch ohne Filter).

Bei den jetzigen Temperaturen in Nordeutschland von etwa 7-10 ° ,wäre 30er oder 10W40, nicht schlecht für den ersten Start des neuen Motors.Im Sommer oben imme einer 50er Viscosität bei MB-Öl.
Ahoi,
Arne

Old Chief
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von Old Chief » So 24. Feb 2019, 13:08

Bei den endlosen Diskussionen um das richtige Öl für unsere Indians sollten wir auch daran denken, dass die Qualitäten der Motorenöle, zu der Zeit als unsere Indians gebaut wurden, bei weitem nicht mit den Leistungen unserer heutigen Öle vergleichbar sind. An Mehrbereichsöle hat noch keiner gedacht. Ich denke mal, dass oft das Öl reingekippt wurde, welches gerade greifbar war. Sicherlich war auch der Vertrieb der Öle nicht so flächendeckend wie heute und man musste eben das Öl nehmen, was man bekommen konnte. Ich denke, dass eine heutiges billiges Baumarkt Öl besser ist, als alle Öle die es damals zu kaufen gab.

Ich will damit nicht sagen, dass ihr jetzt billiges Baumarkt Öl in eure Schätzchen kippt, aber man kann das mit dem Öl auch übertreiben. Letztendlich ist das auch eine Geldfrage. Die Hersteller und Ölverkäufer haben diese Unsicherheit natürlich auch registriert und deren Marketing bringt extrem teure Öle auf den Markt, damit die Besitzer der Oldtimerschätzchen wieder ruhig schlafen können.


Grüße aus dem Ölsumpf

Peter

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FLH75
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von FLH75 » Mo 25. Feb 2019, 11:00

Na, einen Ölfilter unauffällig an einer Four in den Ölkreislauf zu integrieren, bedarf schon eines etwas grösseren Aufwands. Und wenn man die Betonung auf unauffällig legt, gehts gar nicht.
Also fahren 90% der Fours, wenn nicht mehr, ohne Ölfilter. Daher alle 1000km das Öl raus und neues rein. Kann man auch schön sehen, ob Abrieb im Öl ist.
Das die Aussentemperaturen zu beachten sind ist klar. Unter 15° darf's gerne ein 30er Öl sein.
Ob legiert oder unlegiert in Motorrädern ohne Filter, ist genauso wie die Ölfrage generell eher eine Philosophiefrage. Jeder hat seine eigene. Insofern muß jeder für sich bzw sein Motorrad das richtige finden.

Thomas

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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von 101.rainer » Mi 27. Feb 2019, 23:10

Hi Thomas ,
den Unterschied legiert oder unlegiert als Glaubensfrage ab zutun ist schon mutig.

Mir würde so eine Äußerung nicht in den Sinn kommen. Das hat einen ganz einfachen Grund.
Ich hatte vor Jahren mit dem Öl-Produzenten Wagner ein sehr gutes Info-Gespräch.
Die Öl-Ing. der die Öle mit entwickelt gab eine einleuchtende Begründung.
Die legierten Öle in den alten Maschinen nur einsetzten, wenn man einen komplett frisch gemachten Motor und/oder einen Ölfilter im Kreislauf hat. Der Grund die legierten Öle halten den Abrieb in der Schwebe und die Partikel werden erst im Filter eliminiert. Wird bei einem gebrauchten Motor von unlegiert auf legiert umgestellt wird der ganze Dreck der sich absetzt wieder gelöst.
Mit der Folge der Motor verschleißt im Zeitraffer.
Wenn die Maschine mit unlegiert gefahren wurde dann bitte dabei beleiben. Diese Öle ermöglichen das
sich der Abrieb absetzten kann.
Ich fahre seit der letzten Motorenüberholung meine 101 durchgängig ein SAE50 legiert und dies seit ca 12.000 km. Ich mache alle 500 km den Sumpf leer und verpasse der Lady einen Schluck frisches Öl. Das
ist aber der Verlustschmierung geschuldet.

So und jetzt wünsche allen einen schönen Start in die neune Saison.

Gruß
Rainer

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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von FLH75 » Do 28. Feb 2019, 11:07

Hallo Reiner,

sicherlich etwas salopp von mir formuliert, aber ansonsten sind wird doch auf einer Linie. Handhabe das wie du, nur dass ich auch im neu gemachten 101 Motor ohne Filter ein unlegiertes 50er fahre.
Durch die vorherigen Beiträge siehst du, dass das andere anders machen. Insofern meine Aussage, jeder muß das für sich entscheiden.
Thomas
PS: Öl ist wie einiges andere an unseren Motorrädern ein wunderbares Thema..... :D

Peter Polis
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Re: Öl für Indian 402

Beitrag von Peter Polis » Mo 4. Mär 2019, 17:57

Hallo Indians !

Wer legiertes Motoröl verwenden will, sollte wissen, aus welchem Material die Lagerschalen bestehen,
die verbaut sind.
Sind noch nicht gehärtete Lagerschalen aus Bronze / mit hohem Bronzeanteil verbaut, können diese
durch die chemischen Zusätze im legierten Öl angegriffen bzw. zerstört werden.

Peter Polis

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