Scout - Elektrik (Kabelbaum, etc.)

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sas
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Scout - Elektrik (Kabelbaum, etc.)

Beitrag von sas »

Hallo Indian-Fachleute (Elektriker).
Helft mir doch bitte mal beim Neuaufbau eines KABELBAUMS für meine Indian Scout Bj. 1926.
Klingt eigentlich ganz einfach: "Bau den alten nach."
Geht bei mir aber nur bedingt bis garnicht.

Ich habe Splitdorf-Lichtmasch., Batterie und Ampermeter demontiert.
Mein Original Splitdorf-Zünder wird durch "stärkeren" Bosch-D-Zünder ersetzt.
Der liefert dann neben der Zündung, zusätzlich den Strom für Scheinwerfer und Signal/Hupe (vorne) sowie Rücklicht (hinten).
- Da die Batterie auch weg ist natürlich nur wenn die Maschine "rennt" ...

Soweit zum IST-Zustand.
Folgende Fragen kommen mir dabei auf:
Wieso steht im Bosch Prospekt von 1927, das alle Verbraucher einadrig zugeleitete werden mit 1,5mm² Kupferleitungen,
da die Masse (Minus) ja vom Rahmen bzw. Boden des Zünders kommt/leitet ...
ABER an meinem "Oldi" sind alle vor genannten Verbraucher zweiadrig zugeleitet.

Am Scheinwerfer kann ich es nur so verstehen: Zweiadrig weil Bilux-Lampe (d.h. Glübirne mit zwei Glühfäden - Scheiwerfer und Abblendlicht. Haber nur leider nirgends einen Schalter mit dem ich irgendwas "stufig schalten" könnte.
Der Ampermeter-Regler (Drehknauf vorne) kennt nur "AN" oder "AUS", und selbst einen Ampermeter wird es ja zukünftig nicht länger geben.

Ist also eins der zweiadrigen Kabel überflüssig?
Die Geräte: Scheinwerfer und Rücklicht haben aber auch zwei Pole. Welchen soll ich denn dann mit nur einem Kabel zuleiten?

Und wieso ist das Kabel für's Rücklicht auch zweiadrig?
Gibt's da auch "Bilux" z.b. für Rücklicht und Bremslicht?
Meine Scout hat aber kein Bremslicht d.h. nirgend sind Abnehmer/Geber dazu ... und das ist auch gut so :-)

Nun Gut, mein Elektriker-Freund ist vorsichtig (das zeichnet ihn in dem Fall aus) und lässt mich zunächt mal Fragen, bevor wir da irgendwas falsch oder sogar kaputt machen!

Nun würde ich mich über wirklich fachliche Kommentare und sowas wie einen verständlichen Schaltplan sehr freuen.
Und bitte bedenken: Ich benötige die "schlanke Version". Nur Zünder und die 3 genannten Verbraucher. So wenig Kabel und "Schnikschnak" wie möglich.
(Die Maschine soll im übrigen mal einen Steilwand-Style bekommen - deshalb alles ab was geht.)

Danke im Voraus
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Ali
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Re: Scout - Elektrik (Kabelbaum, etc.)

Beitrag von Ali »

Hallo sas!

Schön das Du einen Elektriker mit Auszeichnung hast. Da kann ich mich auf allgemeine Infos beschränken.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe möchtest Du an Deiner Scout nur noch den Scheinwerfer mit Abblend- und Fernlicht, eine Rückleuchte und die Hupe montiert haben die von einen D-Zünder mit der nötigen Energie versorgt werden.

Wenn Du keine Batterie montiert hast kann es sein das der Regler der Bosch Lima nicht richtig arbeitet. Beim ersten Betrieb wird sich herausstellen ob es klappt oder nicht. Dann kannst Du immer noch eine Batterie nachrüsten.

Der einadrige Anschluss der Beleuchtung ist im Regelfall ausreichend da der Minus über die Fahrzeugmasse geführt wird. Da dicke Farbschichten eine isolierende Wirkung haben führt man hin und wieder den Minus extra zu den Verbrauchern. Dies ist eventuell bei Deinem Rücklicht der Fall. Vielleicht ist dort auch eine Zweifadenlampe, (Rück-/Bremslicht) montiert. Das sieht man aber wenn man die Glühlampe heraus nimmt.
Die Hupe wird zweiadrig angeschlossen. Der Plus direkt auf die Hupe geklemmt. Der Minus wird zu den Hupentaster geführt und von diesem bei der Betätigung gegen die Fahrzeugmasse geschaltet.

Gruß
Thorsten
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sas
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Re: Scout - Elektrik (Kabelbaum, etc.)

Beitrag von sas »

Danke Thorsten.
Das klingt soweit verständlich und entspricht meinen groben Annahmen.

Ich bekomme nur einen "Schreck" wegen dem Schalter. Muss der sein?
Bislang hatte meine Scout auch keinen Schalter für "Fernlicht". Die 6V Scheinwerferfunzel ging nur an oder aus, am Ampermeter-Schalter.
Welchen Schalter nimmt man den da, damit er so gut wie "unsichtbar" ist. Und wo baut man ihn ein?

Ob einadrig genügt (Masse genügend ankommt) entscheidet also letztendlich nur ein Funktions-Test.
Dann kann ich meine Kabel, etc. also erst nach dem Test kaufen.
Ich möchte nämlich "Textilumflochtene" Kabel verwenden.
Weiss aber noch nicht welche geeignet sind.

Werde zwar nur sehr selten und geplant nur im trockenen fahren ...
Aber ich will natürlich auch nicht, bei geringster Feuchtigkeit, einen "geflitscht" bekommen, oder womöglich abbrennen :-)
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Ali
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Re: Scout - Elektrik (Kabelbaum, etc.)

Beitrag von Ali »

sas hat geschrieben:Ich bekomme nur einen "Schreck" wegen dem Schalter. Muss der sein?
Bislang hatte meine Scout auch keinen Schalter für "Fernlicht". Die 6V Scheinwerferfunzel ging nur an oder aus, am Ampermeter-Schalter.
Welchen Schalter nimmt man den da, damit er so gut wie "unsichtbar" ist. Und wo baut man ihn ein?
Wenn Du nur im Trocknen bei Tageslicht fährst kannste das Fernlicht weg lassen. Dann brauchst Du dafür auch keinen Schalter.
Was ich allerdings noch vergessen hatte ist eine Sicherung. Die kann Dein Elektriker irgendwo versteckt zwischen das Pluskabel fummeln. Wenn Du die raus nimmst, haste auch ausgeschaltet.
Rafy
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Re: Scout - Elektrik (Kabelbaum, etc.)

Beitrag von Rafy »

Hallo SAS,

Textilumflochtene Kabel bekommst Du bei Hahn Kabeltechnik (www.hahn-kabeltechnik.de). Sie haben hier den Vorteil, dass es sich um normale Kabel mit PVC-Ummantelung handelt, die zusätzlich noch mit Textil umsponnen sind. Dadurch dürfen sie auch mal nass werden, ohne gleich ein Feuerwerk zu veranstalten.

In Deinem Fall würde ich das Rücklicht mit einer "Zweifaden-Diodenbirne" ausstatten und irgendwo einen kleinen Bremslichtschalter einbauen. Auch wenn Bremslicht erst ab Baujahr 1979 vorgeschrieben ist, würde ich nicht ohne fahren wollen. Ich habe in meiner Chief für das Rücklicht eine Ø 10 mm Diode und für das Bremslicht 6 Ø 3 mm Dioden (kriegst Du bei www.LED1.de) in den Sockel einer normalen zwei-Faden Birne eingelötet und mit Heißkleber fixiert. Vorteile sind eine wesentlich Bessere Lichtausbeute bei einer 6 V Elektrik und eine deutliche höhere Lebensdauer, besonders bei Motorrädern mit Starrahmen. Außerdem kannst Du sie dann wie eine normale Glühbirne ein und ausbauen und mußt die Lampe nicht umbauen. Nachteil ist eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Übergangswiderständen. Daher empfehle ich den reichlichen Gebrauch von Polfett und eine zusätzliche Masseleitung. Wenn Du Leitungen mit 0,5 mm² Querschnitt nimmst (bei Dioden problemlos möglich), kannst Du die drei Leitungen mit ein wenig Fummelei in einer gewebeummantelten Schutzhülle (Ø 4 mm innen) verstecken und es sieht so aus, als hättest Du nur eine Leitung. Ein weiterer Vorteil der Verwendung von Dioden als Rücklicht ist, dass Du mehr Strom für deinen Scheinwerfer übrig hast. Es kann manchmal nicht schaden, etwas früher gesehen zu werden.

Wenn Du noch Informationen zum Berechnen des passenden Widerstandes oder zum Anschließen der Dioden brauchst, melde Dich noch mal.

Viel Erfolg
Rafy
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