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Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

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Scout101
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Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Scout101 »

Hallo, liebe Mit-Indianer,

meine 1946er Chief läuft nur noch im Leerlauf. Beim Losfahren gibt es Aussetzer.
(läuft wie auf einem Zylinder). Habe schon viele Tests gemacht.
Mein derzeitiger Kandidat für die Fehlerquelle ist der Verteiler.
Die Nockenwelle im Verteiler hat seitliches Spiel (geschätzt 0,2-0,3mm).
Bei anderen Indians und bei meinem Karmann Ghia ist da eher nichts.
Kann das für die Aussetzer verantwortlich sein?

Gruß,
Lutz
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Rafy
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Registriert: Mo 23. Nov 2009, 18:28

Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Rafy »

Hallo Lutz,

ich glaube nicht, dass es an Spiel in der Verteilerwelle liegt. Meine Armyscout hatte deutlich mehr und ist damit gut gelaufen. Ich würde einfach mal auf Verdacht Verteilerkappe, Finger und Kerzen Tauschen. Ich habe in meiner 47er Chief sehr gute Erfahrungen mit NGK BPR7HS gemacht. Auch die Kabel solltest Du Dir sorgfältig anschauen, ob sie nicht irgendwo gebrochen sind, oder ob die Anschlüsse nicht oxidiert sind.

Wenn das alles nichts bringt, kann es allerdings auch ein Vergaserfehler (Verstopfte Hauptdüse) oder Nebenluft sein.

Gruß

Rafy
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Scout101
Beiträge: 23
Registriert: Mo 28. Nov 2011, 18:38

Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Scout101 »

Danke Rafy für Deine schnelle Reaktion!

Folgende Prüfungen habe ich bisher durchgeführt:
- Batterie (auch unter Last) geprüft
- Keilriemen Lichtmaschine geprüft
- Regler kontrolliert
- Stromleitungen auf Widerstand gemessen
- Zündschloß überbrückt
- Direktkabel Batterie-Zündspule (Umgehen des ganzen Stromnetzes)
- Zündspule gewechselt
- Kabel Spule-Verteiler auf Durchgang geprüft
- Unterbrecher gewechselt
- Unterbrecher eingestellt
- Zündung eingestellt
- Kondensator gewechselt
- Verteilerdeckel gereinigt
- Verteilerdeckel gewechselt
- Verteilerfinger gereinigt
- Verteilerfinger gewechselt
- Verteiler auf Masseschluß geprüft (Anschluß Kabel zur Spule, Unterbrecher)
- Zündkabel+Zündstecker auf Durchgang geprüft
- Zündkabel+Stecker gewechselt
- Zündkerzen gewechselt (auch verschiedene Wärmewerte)
- Benzinzufuhr zum Vergaser geprüft
- Vergaser zerlegt und gereinigt
- Vergaser gewechselt (beide sind vorher gelaufen)
- Flanschanschlüsse Vergaser geprüft
- Ventile eingestellt
- Kompression geprüft

Da fällt mir im Augenblick nix mehr ein...
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Rafy
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Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Rafy »

Hallo Lutz,

außer Undichtigkeit zwischen Manyfold und Zylinder fällt mir auch nicht ein.

Rafy
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Scout101
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Registriert: Mo 28. Nov 2011, 18:38

Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Scout101 »

Rafy hat geschrieben:Hallo Lutz,

außer Undichtigkeit zwischen Manyfold und Zylinder fällt mir auch nichts ein.

Rafy
Hab im Leerlauf Start-Pilot auf Ansaugstutzen und Anschluß Manyfold-Zylinder
gesprüht. Die Motordrehzahl hat sich nicht verändert. Da dürfte alles dicht sein.
Außer der schlackernden Nockenwelle im Verteiler weiß ich nichts mehr.

Hat von Euch noch jemand eine Idee?
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Pandit
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Registriert: Mo 18. Jan 2010, 20:43
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Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Pandit »

Hattest du denn vorher kein Spiel?

Und die angegebenen Arbeiten hast du alle durchgeführt, Fahrtest gemacht und kein besseres Ergebnis?
Ich hätt jetzt auf Kondensator oder wacklige Masse getippt. Aber das ist ja alles geprüft und in Ordnung, oder?

Gruss Roland
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Scout101
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Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Scout101 »

Hallo Roland,

die Chief habe ich erst ein paar Wochen und hatte nicht auf Spiel an der Verteilerwelle überprüft.
Ich habe aber schon von Anfang an vereinzelt während der Fahrt Aussetzer. Dazwischen
war etwa 800km Ruhe.
Alle aufgelisteten Arbeiten haben das Phänomen - die Aussetzer beim Gasgeben - nicht beseitigt.
Die Verbesserungen durch Einstellen der Zündung und der Ventile sind marginal.
Die Aussetzer sind so stark, dass ich nicht fahren kann.
Massekontakte habe ich durch Direktleitung Batterie-Zündspule so weit wie möglich
ausgeschlossen. Die Zündspule wurde gewechselt (Die eingesetzte läuft 1a in meinem Karmann Ghia).
Am Verteiler kommen bei geöffnetem Kontakt 12,62 Volt an. Die Leitung
von Zündspule zum Verteiler habe ich außerdem auf Durchgang geprüft (0,1 Ohm).
Den Verteiler habe ich auf Massekontakt geprüft (zwischen Unterbrecher und Gehäuse und
an der isolierten Verschraubung durch das Gehäuse). Kondensator, Unterbrecher und Verteilerkappe
wurden gewechselt. Zündkabel, Stecker und Kerzen hab ich je 2 mal gewechselt. Getestet wurden NGK 6er und 7er Wärmewert und Iridium-Kerzen.

Himmel - lass eine Idee herunterrieseln...
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Rafy
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Registriert: Mo 23. Nov 2009, 18:28

Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Rafy »

Hallo Lutz,

mir kommt gerade noch ein Gedanke. Du schreibst, das Kabel von der Zündspule zum Verteiler hat nur 0,1 Ohm Widerstand. Wenn du jetzt noch Kerzen ohne Innenwiderstand fährst, kann es sein, dass dein Funke nur sehr schwach brennt, Weil die Spannung, die nötig ist um einen Funken zu bilden zu gering ist. Dann kann es helfen, Kerzen mit Innendwiderstand zu fahren. Diese sind bei NGK an einem R in der Bezeichnung zu erkennen. Wie bereits geschrieben, habe ich mit BPR6HS die allerbesten Erfahrungen gemacht. Ich denke, ein Versuch lohnt sich.

Jetzt wo ich schreibe fällt mir ein, dass ein Kumpel auch ewig Probleme mit seiner Chief hatte, bevor ihm dann aufgefallen ist, dass der Spritfilter (ein Teil vom Auto) vekehrt herum eingebaut war und nicht genug Sprit liefert. Das würde auch erklären, warum die Maschine im Leerlauf prima läuft.

Viel Erfolg bei der Fehlersuche. Und bitte auch berichten, wenn Du den Fehler gefunden hast.


Gruß

Rafy
indian
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Registriert: Mo 23. Nov 2009, 16:03

Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von indian »

............jaaaaaaaaaaaaaaaa Lutz,

bitte weiter berichten. Das ist hochinteressant und liest sich fast wie ein Krimi :o

Viel Erfolg wünscht dir

Edgar ;)
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Scout101
Beiträge: 23
Registriert: Mo 28. Nov 2011, 18:38

Re: Motor läuft "wie auf einem Zylinder"

Beitrag von Scout101 »

Hallo Rafy,

aha - an einen fehlenden Innenwiderstand habe ich noch nicht gedacht.
Habe derzeit BR6ES und BR7EIX im Einsatz. Beide haben angegebene und von mir
nachgemessene 5 Kilo-Ohm. Mit beiden Typen lief die Chief mehrere hundert km
und die Aussetzer sind erstmals immer während der Fahrt aufgetreten.
Inzwischen kommen die Aussetzer aber sofort nach dem Losfahren.
Der Funke scheint mir nicht sensationell stark zu sein. Sieht aus, wie bei
meiner BMW R60 mit 6V.
Habe bisher nur Stecker ohne Innenwiderstand im Einsatz.
Sollte ich welche mit Widerstand einbauen? Bisher habe ich vom Verteiler innen
über Zündkabel und Stecker gemesssene 0,2 Ohm (also nichts).

Benzinzufuhr kann ich eigentlich ausschließen. Filter hab ich nur an den Hähnen in
den Tanks und die sind gereinigt. Sprit sprudelt kräftig am Schlauchende beim Vergaser.
Hab auch schon testweise beim Fahren beide Benzinhähne geöffnet. Benzinschlauch ist
neu und ohne Knick verlegt. Tankentlüftung funktioniert.

Habe heute eine neue Nockenwelle für den Verteiler geordert, damit ich das auch noch
ausschließen kann.

Vielen Dank, dass hier weiter gegrübelt wird. Danke Rafy.

Lieber Edgar und lieber Rafy,
ich garantiere, dass ich den Fehler - falls ich ihn jemals finde - hier beschreiben werde.
Auch dann, wenn er auf einer grandiosen Dämlichkeit meinerseits beruhen sollte!

Grüße vom Indian-Fehler-Fährten-Sucher
Lutz
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